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Camilleri und der Maler

Die Farbe der Sonne von Andrea Camilleri

Der Held dieses neuen Romans von Andrea Camilleri ist seit 1610 tot. Für die Kunstwelt allerdings ist der italienische Maler Caravaggio* quicklebendig - und kostbar. Der Autor des Romans, Andrea Camilleri, ist zwar schon in einem fast biblischem Alter - aber mindestens so quicklebendig, wie die Malerei von Caravaggio.

Und als der sizilianische Autor an einem heißen Nachmittag zur Aufführung einer griechischen Tragödie in das antike Theater von Syrakus geht, steckt ihm ein Fremder einen Zettel zu. Er soll eine Telefonnummer anrufen.
Neugierig wie Camilleri ist, ruft er tatsächlich an und wird gebeten, nein: aufgefordert, sich zu einem unbekannten Ort bringen zu lassen, dort warte eine wichtige Neuigkeit auf ihn. Unvernünftig, wie Camilleri ist, kommt er dem tatsächlich nach. Mit verbundenen Augen wird er aufs Land kutschiert. In einem Anwesen trifft er einen Mann, der ihm eröffnet, er habe ein bislang unbekanntes Tagebuch des Malers Caravaggio geerbt und er, Camilleri, dürfe es lesen um darüber zu schreiben. Kaum zu glauben – denkt sich unser sizilianischer Autor und beginnt eine mehr als interessante Lektüre, die wir als Leserin und Leser dieses Romans nachverfolgen. Dabei wird Caravaggio zu einem Menschen. Entrissen der Kunstgeschichte lernen wir Facetten seines Lebens kennen und das Geheimnis seiner Farben. Welche Rolle dabei die Sonne und die Augen des Malers spielen, sei hier nicht verraten. Aber unbedingt zur Lektüre empfohlen!

*Caravaggio war einer der bedeutendsten italienischen Maler des Frühbarock. Er wurde 1571 in Mailand geboren und starb 1610 in Porto Ercole am Monte Argentario in der südlichen Toskana. Caravaggio malte vornehmlich sakrale Themen. Seine Malerei war innovativ nicht nur durch die sehr realistische figürliche Darstellung, vor allem durch das Licht, in dem die von ihm gemalten Szenerien zu sehen sind: Die Figuren heben sich aus einem tiefen Dunkel hervor und werden dadurch noch besonders betont.
 
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